Kissin‘ Dynamite – Generation Goodbye

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Album: Generation Goodbye
Label: AFM Records
V.Ö.: 08.07.2016
Bewertung: 10 von 10
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Redakteur: Ina, Alina

Tracklist:
1.   Generation Goodbye
2.   Hashtag Your Life
3.   If Clocks Were Running Backwards
4.   Somebody To Hate
5.   She Came She Saw
6.   Highlight Zone
7.   Masterpiece
8.   Flying Colours
9.   Under Friendly Fire
10. Larger Than Life
11. Utopia

„Hallo?! Könntest du mich bitte anschauen, wenn ich mit dir spreche? Dass du ständig auf dein Smartphone schauen musst! Es regt mich auf. WhatsApp hier, Twitter da. Einfach unfassbar.“ Die Welt ist im ständigen Wandel. Mittlerweile ist sie an einem Punkt angelangt, an dem ihre Bewohner immer mehr der virtuellen Welt verfallen. Jeder will der Beste, Reichste und Schönste sein. Man bringt vielen Dingen Hass und Missgunst entgegen und oft bleiben Gewalt und Zerstörung nicht aus. Kriege, Krankheiten und Betrug nehmen überhand.

„Generation Goodbye“ soll also der Titel des neuen Albums sein. Schnell war klar, dass es sich um die menschlichen Abgründe handelt mit dem Fokus auf die Smartphone-Cyber-Welt, die sich Tag für Tag weiter entwickeln und das leider nicht zum Guten. „Generation Goodbye“ steht dafür, dem Wahnsinn ein Ende zu bereiten, aus dieser abnormalen Welt auszubrechen und Dinge, die momentan nicht funktionieren zu verbessern. Wenn sonst niemand auf diese sozialkritischen Themen aufmerksam macht, so wird es Kissin‘ Dynamite endlich tun. 😉

Die Fanfreundlichkeit blieb auch hier wieder nicht aus. Ein Fan hat nun die Ehre, seinen Namen auf dem Albumcover lesen zu dürfen und einige andere durften sogar bei einem Musikvideo mitmachen. Nicht schlecht. Was unserer Meinung nach besonders eingekracht hat, war die Veröffentlichung der Songs vor der Veröffentlichung. Auch wenn es nur die erste Minute war, hat man durchaus einen ersten Eindruck gewinnen können. Wir wissen nicht wie es euch geht, aber wir haben definitiv Lust auf mehr. Selbstverständlich haben wir uns das fünfte Studioalbum vorbestellt und können es kaum erwarten dieses Juwel in unsere Sammlungen hinzufügen zu dürfen.

Es schwirrt sehr viel negative Kritik über das neue Album und die Band allgemein im World Wide Web umher. Diese ist leider nicht an uns vorbei gegangen. Aussagen wie „Das ist nicht mehr Kissin‘ Dynamite!“ oder „Die sollen mal lieber wieder Sleaze Metal machen.“ bereiten uns leider nur Kopfschütteln. Leute! Hört auf, Kissin‘ Dynamite in eine Schublade stecken zu wollen. Jeder Musiker hat den Wunsch sich weiter zu entwickeln. Er wächst mit jeder Erfahrung. Er möchte etwas Neues schaffen und nicht den Erfolg ernten für Dinge, die es bereits gab. Man kann schließlich nicht die Elektrizität neu erfinden, denn sie existiert bereits. Also schließt eure Augen, lauscht den Klängen des neuen Albums und erweitert euren Horizont.

„Generation Goodbye“ ist nicht nur der Albumtitel, sondern auch ein gut gewählter erster Song. Er führt den Hörer an das Album heran. Krankheiten, Lügen, Intrigen, Kriege. Diese Welt scheint aus nichts anderem mehr zu bestehen. Wir sind die Generation, die etwas verändern könnte. Das Lied fordert regelrecht dazu auf eine bessere Welt zu erschaffen und der alten den Rücken zuzukehren und „Lebe wohl!“ zu sagen. Es ist ein ruhiger Song, der dennoch eine sehr kraftvolle Wirkung hat. Auf eine Art hat er etwas sehr mystisches an sich.

In einer Welt, die von Facebook, Twitter, Snapchat, Instagram & Co regiert wird, ist es nicht immer einfach. Überall liest man nur #fundaymonday, #throwbackthursday oder #freakyfriday. In dem durchaus gelungenen Musikvideo „Hashtag Your Life“ wird eine Situation dargestellt, die wohl jeder sehr gut kennt. Du besuchst ein Konzert und du hast das große Pech, dass vor dir eine Person steht, die pausenlos Bilder knipst und filmt. Das eigentliche Konzert und die gute, handgemachte Musik, werden gar nicht mehr wertgeschätzt und durch die unzähligen schlechten Selfies missachtet. Natürlich zeigt das Video eine Extremsituation und ist daher mit einem Augenzwinkern zu betrachten. 😉 Eine schnelle Rhythmik und eine eingängige Melodie beherrschen den Song, daher ist er auch schnell in den Köpfen der Zuhörer und nicht mehr zu vergessen.

Ach ja. Wenn man die Zeit zurückdrehen und man Geschehenes ungeschehen machen könnte. Wenn man doch nur unvergessliche Momente noch einmal erleben könnte. Vielleicht hätte man auch einfach einem lieben von uns gegangenen Menschen das Leben retten können. Auch hierzu wurde ein Musikvideo veröffentlicht. Diese tragische Ballade verschafft dem Hörer eine gewaltige Gänsehaut. Auch hier wird der Song von einer schönen Melodie und einem sehr emotionalen Gitarrensolo von Ande Braun begleitet. Mädels, packt die Taschentücher ein. Bestimmt wird bei If Clocks Were Running Backwards das ein oder andere Tränchen kullern.

Oh noch ein ruhiger Song? Oh nee, doch nicht. Hätte man bei den ersten Sekunden denken können. Ein energievoller Song mit einem Text, wie er wahrer nicht sein kann. Jeder braucht im Leben jemanden, den er hassen kann. Eigentlich traurig, wenn man so darüber nachdenkt. „Somebody To Hate“ ist ein sehr abwechslungsreicher Track. Im ersten Moment wirkt der Song ruhig, aber dann ertönt ein Knall und es geht ab wie in einem Rollercoaster. „Ihr Schwestern und Brüder! Geht, kämpft und hasst euch gegenseitig bis hin zu eurem letzten Tag!“ Wow, scharfe Worte. Ehrlich und direkt.

Track 05 ist auf jeden Fall ein Song, den wir sehr mögen. Gleich nach den ersten Klängen ist klar: Der Song ist schnell und hart. Hier werden die Elektro-Elemente professionell ins Spiel gebracht und bilden eine professionelle Brücke zum Vorreiter-Album „Megalomania“. Eine sehr schöne Kombination. „She Came She Saw“ hat auf alle Fälle Ohrwurmpotential. Wir können uns noch sehr gut daran erinnern, wie wir damals zu „God in you“ von der Megalomania-Platte geheadbangt haben. Oh ja, das werden wir bei diesem Song wieder tun. 😉

Jaaa! Endlich. Seit wir angefangen haben, dieses Review zu schreiben, konnten wir es kaum erwarten endlich „Highlight Zone“ zu bewerten. Was für ein geiler Song. Nein wartet, ihr versteht uns nicht. Wir müssen es anders ausdrücken: WAS FÜR EIN GEILER SONG!!! OH GOTT!!! IST DER GEIL!!!! Was für ein Höhepunkt. Das Adrenalin steigt zu Kopf. Man möchte sich immer schneller bewegen, aber man realisiert, dass der Körper einfach nicht schneller kann. Schnelle Drumschläge, schreddernde Gitarren und ein energischer Gesang. Wir glauben, dass das eine sehr heiße Liveperformance wird.

Unser erster Gedanke, als wir den Titel „Masterpiece“ gelesen hatten, mussten wir an Jack Black und Kyle Gass denken, die ein Meisterwerk mit Hilfe des Pick of Destiny schreiben wollten. Ob dieser Song ebenfalls einer ist? Nach den ersten Sekunden ist klar: Hierbei handelt es sich um eine weitere Ballade. Doch was ist das? Die Stimme kennen wir doch. Das ist tatsächlich Jennifer Haben (Beyond the Black) Jennys und Hannes‘ Stimme harmonieren wunderbar und verleiht dem „Meisterwerk“ einen epischen Touch. Ob wir dieses Duett je in dieser Konstellation live sehen werden?

„Flying Colours“ war nach dem ersten Hören eher unscheinbar. Der Anfang erinnert an einen KD-Song! Welchen? Auch der Refrain erinnert an „Sleaze Deluxe“! Ein Song, der erst weitere Mal von uns gehört werden musste, um einen Anklang zu finden.

Oh mein Gott. Wir können nicht mehr. Pause bitte! Nein, es geht weiter und wir wollen schon wieder springen und tanzen. „Under Friendly Fire“ gefällt uns sehr und ist neben „Highlight Zone“ zu einem unserer Lieblingssongs geworden. Es klingt böse, tief, hasserfüllt! Eindrucksvoll! „Better get ready to fight“

Dreckig und groovig. Natürlich auf eine Gute Art und Weise. 😉 Die Rhythmik ist sehr charakteristisch. Bei „Larger Than Life“ erkennt man wieder eine Brücke zu „Money, Sex & Power“!

Der elfte und letzte Song „Utopia“ bildet einen würdigen Abschluss für das Album. Er ist sehr leicht und sanft, aber hat trotzdem einen gewissen Nachdruck. Ist der Traum von einer besseren Welt wirklich so utopisch? Kann man die Gedanken der Menschen nicht positiv beeinflussen, um etwas zu bewirken? Es steckt für uns eine nicht erklärbare Nostalgie in diesem Song. Eine Sehnsucht, die nie vergehen wird.

Dieses Album hat alles, was die Musik von heute braucht: Rock, kritische Themen und Ehrlichkeit. Das Thema Generation Goodbye durchzieht das gesamte Album und machte es somit ungewollt zu einem Konzeptalbum. Jeder einzelne Song regt zum Nachdenken an und gleichzeitig verspürt man den Wunsch, wild und hemmungslos durch die Wohnung zu tanzen. Eine sehr seltsame Kombination, die trotzdem irgendwie passt. Andi Schnitzer und Hannes Braun waren unter anderem für das Songwriting verantwortlich und haben mit diesem Werk eine großartige Arbeit geleistet. Wir bringen ihnen sehr großen Respekt entgegen. Bemerkenswert ist außerdem, dass Hannes „Generation Goodbye“ allein produziert hat. Kissin‘ Dynamite haben wahrlich eine enorme Entwicklung durchgemacht.

Also überlegt das nächste Mal bei einem KD-Konzert gut, wenn ihr das Handy rausholt, um ein Foto zu knipsen. Vielleicht lasst ihr es einfach in der Tasche und genießt die gute Musik!

In diesem Sinne: ”Generation Goodbye!” 😉

Wem das Digipack inklusive 4 Bonustracks und Bonus DVD-Material nicht genügt, kann sich für eine andere Variante entscheiden: limitiertes Boxset (500 Stück weltweit!), inkl. Digipak, Bluetooth Lautsprecher, Lanyard mit Tourpass (Nachbildung), 3 Plektren, signierte Autogrammkarte & Zertifikat.

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