23.11.17 Alice Cooper

Berlin, Tempodrom

Es ist dieser eine ganz besondere Tag im Jahr, auf den sich jeder freut, auch wenn es nicht alle zugeben wollen. Ich rede von nichts anderem als vom Geburtstag. Und was wäre ein Geburtstag ohne das passende Geschenk? Für mich ist das passende Geschenk schon immer ein Konzertticket gewesen und als würde Ina mich am besten kennen, bekam ich dieses auch von ihr. Mit großen Buchstaben stand auf dem quadratischen Papier: „Spend The Night With Alice Cooper – Tour 2017″. Wie ihr euch sicherlich denken könnt, war die Freude groß! Dies war nun mein viertes Alice Cooper Konzert und ich bekomme immer noch nicht genug davon.

Die Tempodrom Arena war ein neue Location für uns. Die Fotos im Vorfeld sahen schon mal vielversprechend aus. Es handelte sich um einen großen runden Saal mit einer gewölbten Decke und einem imposanten Kronleuchter. Ein sehr beindruckendes Gebäude, welches viel Platz bot. Das war auch dringend notwendig, denn das Konzert war ausverkauft. Vor der Halle herrschte ein buntes Treiben. Die meisten Leute hatten Schlangen gebildet und andere holten sich an den Bierwagen Getränke. Von überall dröhnte aus den mitgebrachten Boxen Musik, um sich auf den grandiosen Abend einzustellen. Um 19:00 Uhr sollte der Einlass beginnen, aber zu unserer Überraschung öffneten die Türen bereits eine halbe Stunde früher. Was wir und viele andere nicht wussten, waren die Einlassbestimmungen, denn es waren nur Taschen oder Rucksäcke erlaubt, die eine DIN A4 Größe besaßen. Brachte man eine Tasche mit, die in den Augen der Security größer aussah, so musste man diese draußen vor der Halle an einem Wagen abgeben. Tja dreimal dürft ihr raten, wessen Tasche noch zu groß war und wer sich nach der Abgabe wieder hinten anstellen durfte! Das war ziemlich ärgerlich und brachte einige Unruhen in die Menge. Na ja, beim nächsten Mal weiß man es besser…

Auf die Vorband hatten wir uns schon ziemlich gefreut, denn bei Thunder handelt es sich um eine britische Hardrock-Band der alten Schule. Eine kraftvolle Stimme, eingängiges Gitarrenspiel und eine energiegeladene Performance waren das, was wir erwartet hatten. Was wir allerdings stattdessen geboten bekamen, enttäuschte uns ein wenig. Es fehlten vor allem Ausstrahlung, Charisma und die Power, die das Publikum anheizen sollte. Die Musik an sich war nicht schlecht, aber das Gesamtpaket machte auf uns eher einen müden Eindruck. Schade!

Nach dem Support wurde ein großer Vorhang herunter gelassen und das Publikum wurde von zwei großen, schwarz geschminkten Augen angestarrt. Im Hintergrund liefen Hits von Alice Cooper über die Lautsprecher und es tut mir wirklich leid dies zu schreiben, aber der Vorhang und die abgespielte Hintergrundmusik brachten mehr Stimmung als die Vorband 😉

Nach einer kurzen Umbaupause ging es dann auch direkt mit der Hauptshow weiter. Das Licht und die Musik im Saal gingen aus und nur noch die beiden Augen auf dem Vorhang wurden angestrahlt. Die Menge tobte, ein Sound ertönte und im nächsten Moment wurde der Vorhang runtergelassen und die Musiker betraten die Bühne. Erst Glen Sobel (Schlagzeuger), dann die drei Gitarristen Nita Strauss, Tommy Henriksen und Ryan Roxie, dicht gefolgt von Bassist Chuck Garric und zu guter Letzt der Meister des Gruselns: Alice Cooper mit dem Opener „Brutal Planet“. Der erste Teil des Konzertes stellt so etwas wie eine Reise durch die Welt der Klassiker dar, wie „No More Mr. Nice Guy“, „Under My Wheels“ oder „The World Needs Guts“. Für viele Songs performt Alice Cooper seit geraumer Zeit eine eigene Bühnenshow. So präsentierte er bei „Billion Dollar Babies“ von einem Degen aufgespießte Geldscheine, die er während des Songs in das Publikum regnen lässt. Selbstverständlich durfte der Song „Poison“ nicht fehlen, den wohl so ziemlich jeder Besucher mitsingen konnte.

Im zweiten Teil der Show präsentierte Alice seine großen Showutensilien. Bei „Feed My Frankenstein“ ließ sich der Entertainer auf eine Art Labortisch schnallen und nach einer Menge Rauch und Funkenflug kehrte Alice Cooper als 3 Meter großer Frankenstein auf die Bühne zurück. „Paranoiac Personality“ war der einzige Song, den er von dem neuen Album performte und auf den haben viele Zuschauer auch schon sehnsüchtig gewartet. Ich persönlich hätte mir allerdings noch „Holy Water“ gewünscht, aber der lief wenigstens als Hintergrundmusik während der Umbaupause. Ein weiterer Bühnengast war Tochter Cheryl Cooper, die zu „The Ballad Of Dwight Fry“ als schöne Krankenschwester von Daddys Zwangsjacke erwürgt wurde. Natürlich wurde zu dem Song „I Love The Dead“ die Guillotine auf die Bühne gerollt. Alle schauten gespannt und zählten die Sekunden, bis das Beil endlich hinunter sauste und der Scharfrichter den abgetrennten Kopf von Alice Cooper präsentierte. Nach etwa zwei Stunden neigte sich das Konzert langsam dem Ende zu. Eine Schulglocke ertönte und das Publikum wusste ganz genau, was sie nun erwartete. Während des letzten Songs, „School‘s Out“, war der Saal von einem dichten Konfettiregen eingehüllt und riesige Luftballons flogen über die Köpfe hinweg, die zerplatzten, sobald sie in die Nähe von Alice Coopers Degen kamen. Grandios!

Fazit: Wie schon erwähnt, ist es immer wieder ein tolles Erlebnis, ein Alice Cooper Konzert zu besuchen. Auch wenn man die Show bereits kennt und die Inszenierungen nicht neu sind, ist dies gleichzeitig der Grund, weshalb die Zuschauer immer wieder kommen. Gute Stimmung und Entertainment stehen ganz oben auf dem Programm und dafür geben wir gerne den einen oder anderen Zehner mehr aus, oder reisen von etwas weiter weg an. 😉

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