12.04.14 ROCK DAYS

Bad Urach, Festhalle

  • Corexit
  • Vanish
  • Kissin’ Dynamite
  • Drowned by Darkness

Morgens um 07:00 Uhr in Rostock -Die letzten Vorbereitungen für die 10-stündige Autofahrt nach Bad Urach werden getroffen. Zigaretten? Check! Energydrinks? Check! Eintrittskarten? Check! Na dann kann es ja losgehen. Erstmal so richtig in Konzertlaune kommen mit „Addicted to Metal“ von Kissin’ Dynamite. Berlin, Potsdam, Leipzig, Bayreuth, Nürnberg und dann … Stuttgart!!!  Jetzt ist es nicht mehr weit. Pünktlich um 18.45 Uhr sind wir an der Festhalle. Einige Leute stehen schon davor, darunter ein paar bekannte Gesichter. Die Vorfreude auf das bevorstehende Konzert wird immer größer. Die Türen werden geöffnet und der Einlass kann beginnen.

Die erste Band auf dem Programm heißt Corexit. Die frisch im Jahr 2013 gegründete Thrashmetalband aus Bad Urach, Metzingen und Reutlingen, hatte bisher noch nicht so viel Bühnenerfahrung gehabt. Dafür die nächste Band umso mehr. Vanish existiert seit dem Jahr 2000 und kommt aus Baden-Württembergs Landeshauptstadt Stuttgart. Ursprünglich gehört diese Band dem Progressive Rock an, jedoch geben die klassischen Elemente dem Gesamtkonzept eine ganz eigene Note. Auch die Textinhalte sind eher düster gehalten. Sehr episch und gefühlsstark bringt Sänger Bastian Rose dem Publikum seine Songs näher. Nach der Hälfte des Auftrittes kündigt er an, dass während des nächsten Songs ein Musikvideo gedreht wird. Also zeigt sich das Publikum selbstverständlich von seiner besten Seite.

Endlich beginnt der Act, auf den alle gewartet haben. Der Showact, für den wir einen Tag durch Deutschland gefahren sind: Kissin’ Dynamite! Die Bühne wird dunkel und der Song „Girls Girls Girls“ von Mötley Crüe ertönt aus den Boxen. Das Publikum bejubelt Andi (Drummer), der seinen Platz hinter dem Schlagzeug einnimmt. Es folgen Ande (Gitarrist), Jim (Gitarrist) und Steffen (Bassist) und stimmen den Opening Song „Sleaze Deluxe“ an. Zu guter Letzt kommt auch Hannes (Sänger) auf die Bühne gesprungen und das Publikum ist nicht mehr zu bremsen. Hot Stuff, Real Tough, Great Shit, Steel Grit! Bessere Worte hätte man nicht finden können, um den Auftritt der 5 Schwaben-Jungs zu beschreiben. Nach dem erfolgreichen Opener geht es weiter mit „Sex Is War“, „Ego-Shooter“ und „Metal Nation“. Da Kissin‘ Dynamite momentan nicht so sehr darauf bedacht sind, ihre Setlist zu ändern, wissen die eingefleischten Fans selbstverständlich, was sie erwartet. Auch die nächsten Songs „Out In The Rain“, “She’s A Killer” und “Addicted To Metal” sind für sie keine Überraschung. Aber das muss es auch nicht sein, denn das Publikum singt kräftig mit und feuert die 5 gnadenlos an. „Love Me Hate Me“… ein Song, der vor allem bei den weiblichen Fans sehr gefragt ist. Auch „Welcome To The Jungle“ ist ein absolutes Muss in der Setlist. Dieser Song ist mittlerweile schon so etwas wie ein Ritual geworden. Das Publikum wird in der Mitte geteilt und die Seite auf die Hannes zeigt, singt das nach, was er vorgibt. So wird bestimmt, wer besser rockt und wenn jemand vorher noch nicht ganz aufgewacht sein sollte, der ist es jetzt auf jeden Fall. Stolz präsentiert Hannes bei dem Song „I Will Be King“ seinen roten Umhang und lässt sich von seinen Untertanen bejubeln: „Hail, hail, hail to the king!!!“ ertönt es in der gesamten Festhalle. Auch der Bassist Steffen hat dem König zu gehorchen. Auf die Knie mit ihm und den Fuß auf seinen Bauch gestellt. Eine Performance, die sich wahrhaft sehen lassen kann. Ob „Supersonic Killer“ oder „Operation Supernova“, das Publikum ist absolut textsicher. Aber nein! Was tun sie?! Sie machen die Pyramide und jeder Fan weiß, was das bedeutet … Das Konzert neigt sich langsam dem Ende zu. Da stehen sie: Jim links, Steffen rechts, obenauf Hannes und davor kniet Ande und alle zeigen sich noch einmal von ihrer besten Seite. Nun verlassen sie die Bühne, aber damit gibt sich das Publikum noch lange nicht zufrieden. Also heißt es wieder ab an die Instrumente und noch ein letztes Mal ordentlich freidrehen mit „Hysteria“ und „Steel of Swabia“. Dieser Song war für uns etwas Besonderes an dem Abend, denn endlich konnten wir ihn einmal live in der Heimat der 5 Musiker genießen. Selbstverständlich darf der allseits beliebte Song „Money, Sex & Power“ nicht fehlen. Ein würdiger Abschluss für ein hammermäßiges Konzert.

Wir kamen mit hohen Erwartungen nach Bad Urach und wurden keineswegs enttäuscht. Kissin’ Dynamite haben uns bewiesen, dass es sich immer wieder lohnt, ihre Konzerte zu besuchen.

Ein Act steht noch auf dem Programm aber die Halle hat sich schon sehr geleert. Es wird getrunken, heimgefahren oder erzählt bei dem einen oder andern Zigarettchen. Drawned by Darkness ist ebenfalls eine Band aus Baden-Württemberg, die viele Metal-Genres in ihren Songs vereint. Hauptsächlich sind sie spezialisiert auf Heavy- und Thrashmetal welches sie in ungewöhnlicher Art und Weise mit beispielsweise Metalcore- und Alternative-Elementen kombinieren. Es war theoretisch eine nette Idee, die Band als Ausklang des Abends einzusetzen jedoch wäre es praktisch vorteilhafter gewesen, sie hätten vor Kissin’ Dynamite gespielt. Somit kommt es dazu, dass der harte Kern, der sich noch vorne an der Bühne befindet und der Musik lauscht, leider aus nicht mehr als 10 Zuschauern besteht.

Nun geht der erlebnisreiche Tag und ein großartiger Abend zu Ende.

Immer noch geflasht von dem gestrigen Konzert treten wir nun die 10-stündige Heimreise an. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und mit offenem Autofenster und den herrlichen Klängen von „Sex Is War“ wird Bad Urach noch einmal ordentlich gerockt bevor es wieder nach Hause in den hohen Norden geht.

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