04.01.18 Gloryhammer

Hamburg, Knust (sold out)

Während ich diesen Bericht schreibe, schwirrt mir die eingängige Melodie meines Lieblingsliedes von Gloryhammer durch den Kopf – „Angus McFife“. Gloryhammer verstehen es wirklich, Ohrwürmer zu produzieren 😉 Gut gelaunt sitze ich in meinem Büro, pfeife vor mich hin und lasse den gestrigen Abend Revue passieren…

Da ich im „Hohen Norden“ wohne und die meisten Bands gerne nach Hamburg kommen, ergeben sich dadurch oftmals zwei verschiedene Situationen: Entweder die Band lässt ihre Tour in Hamburg starten, oder dort enden. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Gloryhammer haben sich für die erste Variante entschieden und lassen somit ihre „European Tour MMXVIII“ in meiner Lieblingsstadt beginnen.
Diesmal bin ich mit meinem Freund unterwegs. Weil er ungerne ganz vorne auf Konzerten steht und Gedränge meidet, ist es uns egal, dass wir nicht pünktlich an der Location ankommen. Im Vorfeld gab der Veranstalter Continental Concerts bereits das „Sold Out“ bekannt. Als wir um 20:20 Uhr am „Knust“ ankommen, haut es uns jedoch fast aus den Socken. Mit so viel Ansturm haben wir nicht gerechnet! Seit 20 Minuten ist Einlass und noch immer stehen die Gäste in einer ellenlangen Schlage, die sich nicht vorwärts zu bewegen scheint. Zum Glück ist der Einlassbereich überdacht, sodass uns der starke Regen nichts ausmacht. Eine knappe Viertelstunde später stehen wir in der Konzertlocation und stellen uns für die Garderobe in die nächste lange Schlange. Minutenlang passiert hier nichts und wir beschließen, unsere dicken Winterjacken mit in den Saal zu nehmen, um wenigstens noch ein paar Minuten der ersten Band des Abends mitzubekommen.
Dendera ist eine fünfköpfige Heavy Metal Band aus Südengland, die sich momentan (laut Angaben der Presse) auf einem aufstrebenden Weg in der Szene befindet. Auf mich machen sie einen soliden Eindruck. Ihre Songs sind kraftvoll, schnell und laut. Genau das, was die Hamburger Konzertmeute an diesem Abend braucht. Die Stimmung im Saal ist schon nach wenigen Minuten am Toben.

Um 21:15 Uhr dürfen wir Civil War als „Special Guest“ begrüßen. Mir fallen viele Besucher mit ihren Fan-Shirts auf, die – wie ich – versuchen, ein bisschen weiter nach vorne zu gehen, um besser sehen zu können. Das Knust platzt jetzt schon fast aus allen Nähten. Ich frage mich, wie die Leute der immer noch sehr langen Garderoben-Schlange noch in den Saal passen sollen. Schlecht organisiert, wie ich finde…
Von Civil War bin ich etwas voreingenommen, weil ich mir am Vortag ein paar ihrer Songs auf YouTube angeschaut habe und diese mich nicht wirklich umhauen. Als sie jetzt live allerdings ihr Bestes geben, rücke ich meine erste Meinung in den Hintergrund und lasse mich auf die Musik ein. Gar nicht mal so schlecht! Besonders „I Will Rule The Universe“ gefällt mir und bleibt im Ohr. Auch wenn ich nicht ihr allergrößter Fan werde, sind viele der anderen Leute an diesem Abend auch wegen ihnen da und feiern sie würdig. Die schwedische Heavy Metal Band überzeugt mit ihren so typischen Keyboard- und Doublebass-Passagen, sowie dem coolen Bühnenoutfit im Offizier-Look. Wenn Ex-Sabaton-Mitglieder eine neue Band gründen, zieht das eben Fans mit sich 😉

Den Blick zur Uhr hätte ich mir eigentlich sparen können, denn die Stimmung im Knust verrät mir, dass es nun Zeit für den Headliner ist. Laute „Hoots! Hoots! Hoots“-Rufe aus dem Publikum verlangen nach Gloryhammer. Sofort breitet sich ein Grinsen in meinem Gesicht aus, als „Infernus Ad Astra“ als Intro ertönt und die epischen Krieger mit lautem Applaus nacheinander die Bühne betreten. Auch wenn ich Thomas Winkler alias the mighty „Angus McFife“ nicht sehen kann, weiß ich genau, in welchem Moment er das Bühnen-Schlachtfeld betritt. Das Knust rastet völlig aus und ist bereit, gemeinsam mit den Mannen von „outter space“ in den Krieg zu ziehen. So let’s fight this battle!
Schon beim zweiten Titel präsentiert Thomas uns den neuen „Astral Hammer“ in seiner ganzen Schönheit. Das grüne Licht in der Mitte des Hammers gibt einen fabelhaften Bühneneffekt ab. Thomas ist sichtlich stolz und streckt ihn mit einem breiten Grinsen empor und erntet großen Beifall.
Als nächstes erwartet uns eine kleine Showeinlage. Beim Lied „Questlords Of Inverness, Ride To The Garlactic Fortress!” wählt Thomas einen königlichen Questlord aus dem Publikum aus und überträgt ihm die ehrenvolle Aufgabe, die „garlactic Fortress“ zu erobern. Selbstverständlich ist von der Bar im Raum die Rede und Questlord Sebastian kehrt wenige Minuten später crowdsurfend mit zwei vollen Biergläsern in die erste Reihe zurück. Aufgabe bestanden, edler Lord!
Aber nun ist es wieder Zeit, nochmal richtig abzurocken. Der Gute-Laune-Song „Universe On Fire“ erreicht wirklich jeden Zuschauer im Saal. Sogar die beiden zurückhaltenden Mädels neben mir scheinen den Song zu mögen und feiern ordentlich mit. Ich freue mich über den guten und klaren Sound. Alles ist sehr deutlich und das, obwohl die Fans so wahnsinnig laut sind!
Es folgen ein paar Hits, wie „The Unicorn Invasion Of Dundee“ und „Quest For The Hammer Of Glory“ und dann sind die anderthalb Stunden Battle-Power auch schon fast vorbei. Bis hierhin bin ich der Meinung, dass die Stimmung nicht noch besser sein könnte und werde im nächsten Moment eines besseren belehrt: Der Ohrwurm-Song „Angus McFife“ wird angesagt und prompt gibt es kein Halten mehr. Alles springt und jubelt, als gäb’s kein Morgen mehr. Wahnsinn! Gloryhammer sind einfach eine unfassbar gute Liveband und bieten den Fans jede Menge erstklassige Unterhaltung.

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