23.11.18 Malcolm Young Tribute Night

Bi Nuu, Berlin
Rezension von Ina

Line-Up:
TXL
Hardbone
Bon – the AC/DC show

Nun ist es schon ein Jahr her, seitdem der Riff-Meister von AC/DC von uns gegangen ist. Malcolm Young war Kopf der australischen Rockhelden, dementsprechend tief sitzt der Schmerz seines Verlustes bei vielen Fans. Ihm zu Ehren möchte der Fanclub Berlin-Brandenburg „G.O./T.M.“ (guard of the memory) die Jährung seines Todestages nun mit einer alljährlich stattfindenden Riff-Rock-Veranstaltung in Berlin begehen. Am vergangenen Freitagabend feierte die Veranstaltung ihre erste Ausgabe.

Der Fanclub hatte sich mächtig ins Zeug gelegt. Mir fielen sofort die vielen Banner, Plakate und Flyer rund um AC/DC und Malcolm Young auf. Das Bi Nuu Berlin wurde zu einer regelrechten AC/DC-Pilgerstätte umgewandelt – kein Wunder, dass die kleine Venue in kürzester Zeit gut gefüllt war. Hier waren die Fans absolut unter sich. Ich habe schon lange nicht mehr so viele AC/DC-Logos auf T-Shirts, Mützen und Kutten gesehen! 😀

Den Abend eröffnete eine Band namens TXL. Die zwei Musiker Ricky (Gesang, Gitarre) und Schulle (Gesang, Bass) sind eine ungewöhnliche Formation. Seit 2011 besteht ihr Musikprojekt aus Berlin – damals noch mit einem dritten Musiker im Gespann und einem Besetzungswechsel. Wenn TXL heutzutage live unterwegs sind, wird eine Show fürs Auge geboten, denn Schlagzeuger „Knospe – das Rock’n’Roll Schwein) wird mithilfe von Beamer und Leinwand in die Location gezaubert und drischt hinter Ricky und Schulle zu bodenständigem Deutsch-Rock’n’Roll aufs Drumkit ein. Das kannte ich so auch noch nicht und fand es irgendwie faszinierend! Kann auf jeden Fall nicht jede Band von sich behaupten! 😛 Vor ein paar Tagen veröffentlichten TXL das offizielle Video zu „Wenn Helden fallen“ – einem Tribute-Song und –album zu Ehren Malcolm Youngs. In dem Video finden sich einige Gastsänger wieder: Chris Laut (Ohrenfeindt), Shorty Le Bon (BON – The AC/DC Show) und Oimel (Nitrogods). Selbstverständlich wurde der Song auch live gespielt und Chris Laut und Shorty Le Bon beehrten die Band als Gastsänger.

Ich erwähnte ja schon, dass sich der Fanclub mächtig ins Zeug gelegt hatte. Nun folgte, nicht wie sonst üblich, gleich die nächste Band des Abend, sondern ein kleines „Special“. Der „Bon – The AC/DC Show“-Gitarrist Mick spielte ein Riff-Medley auf einer Gretsch-Gitarre (Jet Firebird alias „the beast“) mit herausgenommenen Tonabnehmern, so wie sie M. Young ebenfalls spielte. Im Hintergrund lief eine Diashow mit Fotos von Malcolm.

Nachdem wir alle ordentlich sentimental wurden, durften uns die Hardrocker Hardbone aus Hamburg wieder wachrütteln. Die fünf waschechten Hanseaten haben sich das Motto „0% bullshit – 110% Rock’n’Roll“ auf die Fahne geschrieben und versprachen damit nicht zu viel. Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich die Band schon mehrmals live gesehen habe und ein großer Fan ihrer Musik bin. Das ist handgemachter, rotzfrecher Rocksound, der voll in die Fresse haut. Anders kann ich es nicht beschreiben! 😀 Das Quintett blickt auf bisher vier veröffentlichte Studioalben zurück und kann demnach ein langes Set mit zahlreichen Hits rocken. Songs, wie „Walking talking sex machine“, „Bottlemate“ und „Sound oft he city“ dürfen dabei nicht fehlen. Schon nach kürzester Zeit ziehen die bad boys aus Hamburg die Leute live in ihren Bann. Den Gitarristen Tommy und Sebastian steht die Spielfreude ins Gesicht geschrieben, Schlagzeuger Benjamin und Bassist Tim S. grooven immens und wenn dann Sänger Tim D. den Mund aufmacht und einen kessen Spruch nach dem anderen raushaut, kann man sich nur prächtig unterhalten fühlen. So geht Entertainment! Da wippt dann auch jeder Fuß im Takt und man prostet den Jungs gerne mit einem kühlen Bier zu, oder steckt ihnen – wie die Dame neben mir – ein paar Geldscheine in Hosentasche. So let’s get dirty… 😉
Nachdem den Besuchern des Bi Nuus richtig schön eingeheizt wurde, war es an der Zeit den Bogen zurück zu AC/DC zu spannen. Hardbone gaben die Songs „Cover you in oil“ und „Hell ain’t a bad place to be“ zu ihrem Besten und ernteten dafür Jubelschreie aus dem Publikum.

Als nächstes bekamen Bon – The AC/DC Show ihren großen Auftritt. Der Headliner des Abends spielte einen bekannten Song nach dem anderen und machte damit die Berliner-Feiermeute sehr glücklich. Bon erwecken den puren, unverfälschten Sound der frühen AC/DC wieder zu echtem Leben. Auch optisch erinnert die Band dank dem schuluniform-tragenden Leadgitarristen Dennis an die australischen Helden. Die Band zählt nicht umsonst zu den besten AC/DC-Tributes Europas und kann auf viele Erfolge zurückblicken. So spielten sie beispielsweise schon mehrmals auf dem internationalen AC/DC-Fantreffen, als Support von Phil Rudds Soloprojekt und auf dem Bonfest in Schottland. Wenn Shorty, Dennis, Mick, Danny (Bass) und Holle (Schlagzeug) erst einmal loslegen, sind sie so schnell nicht wieder zu bremsen und liefern eine AC/DC-Show, die sich absolut sehenlassen kann!

Am Ende des Sets sollte noch eine kleine Überraschung folgen. Im nächsten Moment trat ein traditionell bekleideter Dudelsackspieler auf die Bühne und performte zusammen mit den Gastsängern Tim von Hardbone, Chris Laut von Ohrenfeindt zu „It’s a long way to the top“.

Als letzter Programmpunkt stand die große Verlosung mit tollen Preisen aus. Die Teilnehmer durften sich auf ganz besondere Goodies freuen, z.B. ein von Mark Evans signiertes Nummernschild, signierte Vinyls (Phil Rudd) und Magazine und eine 4kg schwere AC/DC-Bibel war ebenfalls als Preis dabei. Fette Belohnungen für einen fetten Abend!

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