02.05.14 JIMMY GEE

Die Rockshow
Rostock, MAU Club

  • Red Poison
  • HOCHfELd
  • Jimmy Gee

Schönstes Wetter mit purem Sonnenschein strahlt über den Rostocker M.A.U. Club, als sich einige Rockfans vor der Einlasstür tummeln. Darunter gemischtes Publikum mit großen Erwartungen. Laut Plan soll die Tür um 19:00Uhr aufgehen. Da aber Töne des Soundchecks nach außen dringen, schließt man darauf, dass es wohl noch ein bisschen dauert. Letztendlich soll ja alles perfekt klingen. Fast 30 Minuten später beginnt der Einlass. Endlich!

Los geht es dann gleich mit der ersten Support Band: Red Poison! Die 4 jungen Hairmetaller sind optisch sehr auffällig. Leggins mit aufgedruckten Tiermustern, wild hochtoupierte Haare und schwarzer Kajalstrich im Gesicht, stechen sofort ins Auge und erinnern doch sehr an die guten alten 80er Jahre. Kein Wunder, dass einige Leute anfangen sich über das „lustige“ Bühnenoutfit zu unterhalten. Betrachtet man allerdings die Musik, die das Quartett fabriziert, passt alles wie die Faust aufs Auge. Red Poison tun es damit ihren Helden von damals gleich. Das anfangs noch überschauliche Publikum besteht durchgängig aus Rockliebhabern jeden Alters, die alle mit einem Bier in der Hand und im Takt wippenden Füßen gebannt zur Bühne starren. Dass Red Poison dann noch eine Zugabe spielen soll, bestätigt den jungen Musikern, dass ihre Musik hier gut ankommt.

Nach einem kurzen Change Over ist es an der Zeit für den nächsten Support. HOCHfELd stehen für ehrlichen Deutschrock. Schon nach kurzer Zeit fällt der charismatische Frontmann „Deddy“ auf, der mit seiner Performance für Wiedererkennungswert sorgt. HOCHfELds kraftvolle Gitarrenriffs und ihre spürbare Dynamik machen nicht nur ihnen selbst viel Spaß, sondern auch dem Publikum im M.A.U. Club. Dank der deutschen Texte finden selbst die älteren Gäste im Publikum Gefallen an der Musik. Ein kurzer Blick auf die Uhr verrät, dass die 45 Minuten Spielzeit von HOCHfELd schon fast zu Ende sind. So rocken sie den Saal mit ihrem letzten Song „Es Bleibt Dabei“ noch einmal ordentlich aus den Socken.

Erneut wird das Publikum auf die Folter gespannt. Eine zweite Umbauphase folgt. Also holt sich der gemütliche Rocker erst einmal ein Bier und nutzt die Zeit für eine kurze Raucherpause. Ein echter Fan hingehen sichert sich einen Platz direkt vor der Bühne in der vordersten Reihe. Ein Blick nach links, ein Blick nach rechts: ja, so manch ein bekanntes Gesicht ist heute Abend zu entdecken. Die Leute rücken enger zusammen und werden langsam unruhig. Doch lange warten müssen sie jetzt nicht mehr, denn purer Rock ’n‘ Roll liegt in der Luft.

… und dann ist es endlich so weit: das Licht verdunkelt sich, die Masse verstummt, ein Intro ertönt „Hoho Rock and Roll“. Achtung, Ladies and Gentleman: Please welcome MR. JIMMY GEE live on stage!!! Mit dem gut gewählten Opener „My Toy“ zeigen Jimmy Gee & Band sofort wo der Hammer hängt. Nicht nur der erste Song, sondern auch die nächsten zwei stammen vom brandneuen Album „Rock Your Town“ und gehen gewaltig ins Ohr. Als nächstes wird der M.A.U. Club mit „Enjoy Your Life“ in Sommerfeeling gebracht. In den Gesichtern der Gäste breitet sich ein breites Lächeln aus. Beim nächstes Song spielt sich Jimmy in die Herzen der Frauen. Es ist Balladenzeit! Er kann also nicht nur hart rocken, sondern auch ganz gefühlvolle Töne von sich geben. Einige Songs später folgt die erste Covernummer: „Hallelujah“. Der schon oft interpretierte Song wird von Jimmy ganz neu entdeckt. Aber nicht nur die Frauenherzen lässt der Musiker höher schlagen, sondern auch die der Männer. Mit einem Gitarrensolo, das sich gewaschen hat, kleben die Augen der ersten Reihe an seinen Fingern. Unglaublich schnell gleiten Jimmys Hände über die Gitarre. Ein schreddernder Sound erfüllt den Saal. Bombastisch! Doch schnelles Gitarrespielen kann man üben. Jimmy positioniert sich jedoch noch eine Stufe höher und zeigt sein ganzes Können. Er spielt die Gitarre auf den Schultern hinter seinem Rücken. Im nächsten Augenblick finden sogar seine Zähne und Zunge Einsatz auf den Saiten. Unglaublich! Ihr kennt Deutschlands besten Gitarristen 2013 noch nicht? Hier ist er! Ein wahrer Guitarhero wie er im Buche steht!
Begeisterung zieht sich durch den ganzen Raum. Witzigen Zwischenansagen mit interessanten Anekdoten aus Jimmys Leben lassen den einen oder anderen schmunzeln. Gäste, die eben gerade noch geschmunzelt haben, bekommen beim nächsten Titel feuchte Augen. „Fly With The Angel“ widmet Jimmy seiner kleinen Tochter Annika. Harmonie und Gefühl werden hier ganz groß geschrieben. In Gedanken verloren lauscht man dem mitreißenden Lied und wird schon beim nächsten Act auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Wie sich schon Red Poison an die 80er Jahre orientierten, so tut es Jimmy. Es folgt ein Unplugged-Set bestehend aus Bon Jovi Songs. Endlich kann man auch den neuen Drummer Leo aus der Nähe betrachten, der sich gemütlich neben Jimmy auf sein Cajon setzt und die Musik im Blut hat. Das Publikum erkennt die Hits schon nach den ersten Tönen und brüllt lautstark mit. Kurzzeitig träumt man sich in 80er zurück. Dieser Mann steckt einfach voller Überraschungen. So hat er heute Abend ebenfalls einen neuen Song mitgebracht. „Too Late“ erfüllt alle Erwartungen und bietet Lust auf mehr. Doch leider neigt sich das Konzert dem Ende zu. Das Publikum protestiert mit lauten Zugabe-Rufen dagegen. Jimmy Gee & Band schlagen ihren Fans keinen Wunsch ab und kommen erneut für ein paar Songs auf die Bühne und rocken das letzte bisschen Energie aus ihren Knochen. Verstärkung gibt es beim letzten Song. Völlig ungeprobt wollen alle Musiker des Abends den Neil Young Klassiker „Rockin‘ In A Free World“ zusammen performen. Wobei man sagen muss, dass hierbei mehr der Spaß und die gute Laune im Vordergrund stehen. Diese Jungs haben es drauf!

Was für ein Wahnsinns-Abend! Keep on rockin’…

 

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