17.04.14 HALESTORM

Hamburg, Logo

  • The Smoking Hearts
  • Dayshell
  • Halestorm

Es ist ein Donnerstag im April, Alina Alright und ich haben Urlaub und ein langes Osterwochenende steht vor der Tür. Keinen schöneren Ort als Hamburg können wir uns heute vorstellen, denn wir wollen mit Halestorm rocken. Endlich sind sie wieder auf Headliner Tour! Ich erinnere mich noch gut an das letzte Konzert in Berlin, als sie „nur“ Support von Bullet For My Valentine waren. Aber das ist eine ganz andere Geschichte…

Wir befinden uns vor dem kleinen, aber feinen Hamburger Club Logo. Zum Glück haben wir uns im Internet darüber informiert, dass das heutige Konzert ausverkauft ist und uns somit dazu entschlossen, schon eine Stunde vor dem Einlass an der Location zu sein. Gute Idee! Schon jetzt hat sich eine Traube um die Tür gebildet. Was wir allerdings erst jetzt mitbekommen, ist, dass das Geschrei um die VIP Tickets betrieben wird. In meinen Augen eine ganz furchtbare Erfindung! Hier zeigt sich wieder, dass Geld ausschlaggebend für Glück ist. Denn wer bereit dazu war, rund 70€ für diesen „Halestorm-Freifahrtsschein“ auszugeben, kann nun mit gewissen Vorteilen glänzen: Einlass vor allen anderen, reservierter Platz in der ersten Reihe, Foto und Meet&Greet mit der Band, sowie diverse Fanartikel. Mit diesem Wissen macht das ewige Warten doch gleich noch viel mehr Spaß…

Im Club fällt sofort das Publikum auf. Eine bunte Mischung aus frechen Teenie-Girls, die komplett die ersten Reihen einnehmen, langweilige Normalos und mittendrin nur wenige Rocker. Halestorm begeistern nicht nur in eine Richtung, sondern haben eine weitgefächerte Fanbase, die heute kräftig rocken will!

Doch bevor Halestorm anfangen, werden wir mit zwei Supports auf die Probe gestellt. Den Anfang machen die Londoner Jungs von The Smoking Hearts. Das Quintett gibt sich viel Mühe dem kritischen Publikum ordentlich einzuheizen. Gut drauf sind die Jungs auf jeden Fall!

Als nächster Act kommen Dayshell auf die Bühne und werden schon jetzt von einigen Zuschauern als suspekt und komisch abgestempelt. Fette Sonnenbrille im dunklen Club? Da braucht man sich nicht über Desinteresse und Unmotivation des Publikums wundern. Doch obwohl man sagt, dass Äußeres nicht alles ist, gewinnt die Band auch musikalisch heute keinen ersten Platz. Ein gemischter Stil aus Alternative Metal mit Core Einflüssen, ist meiner Meinung nach als Support und somit „Einheizer“ für Halestorm nicht gut gewählt. Anscheinend bin ich nicht die Einzige, die so denkt: mit der Ansage des letzten Songs atmet das Logo auf und pfeift die Band von der Bühne.

Nach einem langen Change Over ist endlich Zeit für Halestorm! Die 3 Jungs um Frontfrau Lzzy Hale rocken schon mit ihrem Opener „I Miss The Misery“ das dicht an dicht stehende Publikum in Grund und Boden. Ein Hit nach dem anderen folgt und lässt das Logo toben. Beim Song „It’s Not You“ fällt Lzzy ein Fan in der ersten Reihe auf, der ihr Gesicht auf seinem Arm tätowiert hat. Sofort dichtet sie eine Songzeile zu „I can see my face on your tattoo“ um und ist entzückt. Es folgen weitere Ohrwurm-Songs, die keinesfalls eine Verschnaufpause bieten. Als mein Lieblingssong „Rock Show“ gespielt wird, ist die Stimmung auf dem Höhepunkt. Es tropft von der Decke, die Leute schwitzen und rocken was das Zeug hält. Als nächstes soll die aufgeheizte Masse etwas runterkommen. Lzzy widmet ihrem befreundeten Ehepaar das Lied „Break In“, welches sie den beiden zur Hochzeit gespielt hat. Ganz still lauscht man ihrer wundervollen Stimme, niemand traut sich mitzusingen, alle genießen den Augenblick und sind zu Tränen gerührt. Nach der nächsten Ballade „Familiar Taste of Poison“ folgt endlich der große Auftritt von Lzzys hyperaktivem Bruder Arejay. Es ist Zeit für sein Drumsolo! Wer sagt, dass Drumsoli langweilig sind, der hat sich hier gewaltig geschnitten. Was Arejay hinter seiner Schießbude fabriziert, ist oscarreif! Der so fidele Entertainer beherrscht sein Spielzeug ganz gekonnt. Vom Spielen im Stehen, bishin zu etlichen Rockcovern und riesengroßen Drumsticks – das ist eine Show, die sich sehen lassen kann! Den tobenden Applaus hat sich Arejay sichtlich verdient. Doch seine Schwester scheint anderer Meinung: „No, don’t do this. He is like a Gremlin. He need special rules!“ Zur Verstärkung kommen nun wieder die restlichen Bandmitglieder auf die Bühne und rocken „Mz. Hyde“ mit uns. Bei „Daughters of Darkness“ richtet sich Halestorms Sängerin an die Frauen im Publikum. So dauert es nicht lange, bis man es fröhlich kreischen und schreien hört. Nun heißt es ein letztes Mal Luft holen und zu „I Get Off“ ordentlich durchdrehen. Mit lautem Klatschen und Zugaberufen wie „Halestorm, we love you!“ und „One more track!“ lassen sich die amerikanischen Rocker nicht zweimal bitten. Der Coversong „Get Lucky“ von Daft Punk haut nochmal ordentlich rein und lässt wirklich jeden im Saal mitgröhlen. Doch was wäre ein Halestorm Konzert ohne „Here’s To Us“ als letzten Song… So bekommt das Konzert einen passenden Abschluss und kann durchaus als erfolgsgekrönt betitelt werden. „So lets give ‚em hell, wish everybody well – Here’s to us“.

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