04.05.15 Range Of Movement

Rostock, M.A.U. Club

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Heute geben sich Daniel (Gitarre/Gesang), Falk (Bass), Nico (Schlagzeug) und Tom (Gitarre) von der Band Range of Movement die Ehre. Hierbei handelt es sich um eine Rostocker Rockband, die trotz ihres kurzen Bestehens schon einige Erfolge aufweisen kann. Wir dürfen weiterhin gespannt sein, womit uns diese vier Musiker noch beeindrucken werden.

NBNL: Der Bandname „Range of Movement“ regt sehr zum Nachdenken an. Was genau verbirgt sich dahinter?

Daniel: Letztendlich ist es so, einen Namen muss man finden. Für mich klang er erstmal gut. Wenn man sich heutzutage als Band neu gründet und man einen Namen sucht, existiert immer folgendes Problem: Den Namen gibt es schon, so heißt auch eine Band und den Namen gibt es auch schon … Da muss man schon anfangen Abstriche zu machen. Der Name „Range of Movement“ ist ursprünglich ein Fachbegriff aus der Orthopädie und hat mit Bewegung zu tun – Bewegungsausmaß oder Bewegungskreis. Das fand ich sehr passend zu unserer Musik, … weil es einfach rockt! 😉

Tom: Vor allem die Bewegung kann man ja auf alles Mögliche projizieren. Es geht hierbei nicht um die Bewegung an sich, es ist eher als Symbol gedacht. Die Bewegung von Gefühlen beispielsweise.

Daniel: Und man kann sich diesen Namen gut merken.

NBNL: Helmet, Alice in Chains, Steven Wilson… Das ist Musik, die euch sehr fasziniert. Habt ihr euch bewusst an diesem Stil orientiert?

Daniel: Nein, nicht bewusst. Man macht ja zu allererst einmal das, was man fühlt. Dass natürlich Einflüsse in die Musik mit hineinkommen, das ist normal. Das passiert einfach. Wir behaupten nicht: Wir wollen so sein wie die.

Tom: Es muss sich einfach gut anfühlen. Ein Song entwickelt sich schließlich auch. Es ist wie ein Kind, was man in die Welt setzt. Es wird größer und man schaut ihm zu wie es sich entwickelt. Es weisen sich auch ständig neue Stellschrauben auf, woran man immer wieder bastelt bis man zufrieden damit ist.

Falk: Aber allgemein harmoniert es sehr gut.

NBNL: Es wird gesagt, dass Ihr der Welt wieder ehrliche Musik zurückgeben möchtet. Was macht eure Musik ehrlich? Was ist eurer Meinung nach unehrlich?

Daniel: Ich habe viel im Pop- und Soulbereich produziert. Ich habe mitgekriegt, dass heutzutage viel am Rechner gebastelt wird und alles gerade gerückt werden muss. Es werden alle Drumparts genau beschnitten und jede Gitarre auf den Punkt gebracht. Das hört man fast bei jeder Band. Auch diejenigen, die Rock und Metal machen. Es klingt sehr steril. Ich möchte einfach, dass die Musik wieder Leben bekommt. Da darf auch Bewegung drin sein. Wenn ich mir heute die Musik der 80er, 90er anhöre, dann fällt mir auf: Oha, die klackern aber ganz schön. Aber das ist Bewegung. Die haben sich etwas dabei gedacht. Das ist der Mensch. Und der fehlt mir heutzutage. Im kommerziellen Bereich sowieso. Gerade dort wird glatt gebügelt. Das finde ich ätzend.

Tom: Wenn man sich diese ganze Bandlandschaft mal anschaut, erkennt man, dass sehr viel überproduziert ist. Jeder von uns kennt bestimmt eine Band, die auf der Platte einfach mega fett klingt und dann siehst du sie live … und du bist verdammt enttäuscht. Unsere Überlegung war alles genau so aufzunehmen damit es einfach authentisch klingt und man einfach einen Wiedererkennungswert hat.

Nico: Die Ehrlichkeit rührt auch dahingegen, dass wir einfach Bock auf diese Musik haben, die wir machen und nicht mit aller Macht versuchen auf irgendeinen Zug aufzuspringen, um einen Markt abgreifen zu können. Wir setzen uns jede Woche in den Proberaum und wenn wir fertig sind, gehen wir wieder raus und stellen fest: Das war eine geile Probe, wir hatten Spaß zusammen. Das ist auch ein Ehrlichkeitspunkt.

Tom: Die Musikrichtung, aus der wir kommen, ist mittlerweile abgefrühstückt. Dieser ganze Hardcore-Bereich, in dem die eine Band klingt, wie die andere heißt … Unsere früheren Projekte gehörten der Metalcore-Richtung an. Aber man wird erwachsener und man sehnt sich nach alten Bands, die man damals geliebt hat und die der Grund dafür waren, das erste Mal ein Instrument in die Hand zu nehmen. Das kann man einfach viel ehrlicher verkaufen, ob auf der Platte oder auf der Bühne.

Falk: Wir alle machen einfach schon so lange Musik, sodass wir einfach genau wissen, was wir wollen. Und wir machen uns einfach keinen Druck.

Daniel: Viele Künstler versuchen dann, irgendeine Single zu produzieren und da denke ich mir: Du kannst dir doch keinen Song erzwingen!!! Dann holen die sich von irgendwelchen Produzenten irgendeinen Song ran. Hauptsache das Ding schlägt ein, Hauptsache der Erfolg ist groß.

NBNL: Zu Anfang wurde angekündigt, dass Range of Movement ein Soloprojekt werden sollt. Was hat dich dazu bewegt Nico, Tom und Falk an dem Projekt teilhaben zu lassen?

Daniel: Ich hatte ganz zu Anfang vor, das alles alleine zu machen. Allerdings stößt du irgendwann an deine Grenze. Du kannst nicht alles alleine und du merkst wenn du 5, 6 oder 10 Songs schreibst, dass es immer das Gleiche ist. Du brauchst einfach Input von anderen Leuten. Ich bin nun auch kein Gockel, der sich vorne hinstellt und sagt: Ich habe alle Songs geschrieben und hier ist meine Band. Das sind alles bezahlte Musiker. Das ist überhaupt nicht mein Ding. Nico, Falk, Tom und ich kennen uns nun schon länger und es hat sich einfach so ergeben. Und die Jungs tun der Musik auch gut.

Falk: Das, was Daniel vorher allein begonnen hat, ergänzen wir alle sehr gut und perfektionieren es.

Tom: Und das kann man nur im Team bewältigen 😉 Gerade wenn du Leute hast, mit denen du auf einer Ebene bist – sowohl freundschaftlich als auch musikalisch – öffnet dir das viele Türen. Gerade was deine Kreativität betrifft.

Daniel: Ich habe bisher immer nur Schlagzeug gespielt. Und nun sitze ich nicht mehr an den Drums sondern stehe vorne mit der Gitarre hinter dem Mikro … das sind zwei Dinge, die für mich neu sind. Da brauche ich Leute, die hinter mir stehen und mir Halt geben. Das ist wichtig.

NBNL: Am 23. Mai war euer erster Gig bei dem Nachwuchsförderpreis von Rostock Rockt, bei dem Ihr gewonnen habt und nun am 27. Juni auf der großen Rostock Rockt-Bühne stehen dürft. Das ist wirklich nicht schlecht für den Anfang. Was sind eure weiteren Pläne für die Zukunft?

Daniel: Wir lösen uns auf 😀

Tom: Alles step by step. Zuerst einmal wollen wir heute Abend Spaß haben und eine gute Show liefern. Demnächst möchten wir an unserer Platte weiterbauen und natürlich die Rostock-Rockt-Show.

Falk: Direkt geplant ist eigentlich gar nichts. Die Auftritte, die wir haben, sind auf uns zugekommen und das ist eine gute Möglichkeit den Leuten das Set zu präsentieren und Feedback einzuholen.

NBNL: Lies, Look in Yourself, Another Day… Eure Songs wirken sehr durchdacht und überlegt von den instrumentalen Elementen bis hin zu den lyrischen Aspekten und den Songtiteln. Was sind eure Überlegungen dazu, woher bekommt ihr eure Ideen

Daniel: Letztendlich ist es so, dass es vom Inhalt her immer schwieriger wird. Wenn man so um die 10 Texte geschrieben hat, überlegt man, was man denn noch schreiben könnte. Ich selber greife Dinge aus dem Leben auf. Ich denke dann nach, was ist mir selber schon mal passiert. Oftmals ist es auch so, wenn du am Schreiben bist merkst du auf einmal: Nee, warte mal. Ich gehe doch lieber mehr in diese Richtung. Letztendlich kommt meistens etwas komplett anderes bei heraus, als wo man eigentlich hinwollte. Das ist das Spannende daran. Man fängt an ein Liebeslied zu schreiben und plötzlich ist daraus ein Hasslied geworden, also das komplette Gegenteil. Früher, als ich angefangen habe Schlagzeug zu spielen, haben alle in meiner Klasse gesagt: Ach, du und dein Schlagzeug! Als ich dann meine ersten Auftritte hatte, haben sie mir alle geschrieben bei Facebook: Hey, du bist ja ein richtiger Star, hammer cool! Tja, früher haben sie dich ausgelacht und mit dem Finger auf dich gezeigt und jetzt kommen sie alle angeschissen und wollen Gästelistenplätze 😀 Über so etwas schreibe ich auch sehr gerne.

Nico: Die fertigen Songs werden dann von Daniel rumgeschickt und im Proberaum bringt jeder seine Ideen dazu ein.

Falk: Unser Vorteil ist natürlich, dass wir zwei sehr gute Songwriter haben. Die beiden, also Daniel und Tom, ergänzen sich so dermaßen gut. Wir brauchen da wirklich nicht mehr viel verändern und hinzufügen.

Tom: Ich war ja nun der Letzte, der in die Band eingestiegen ist. Viele Songs, die wir zum jetzigen Zeitpunkt spielen, waren im Großen und Ganzen schon fertig. Die Jungs haben mir die Möglichkeit gegeben, meine eigenen Ideen in die Songs mit einzubringen. Alles hat von vorn herein funktioniert und die Teamarbeit ist großartig.

NBNL: Habt ihr einen Song, den ihr besonders ins Herz geschlossen habt? Welcher ist es und warum?

Daniel: Den Song „Lies“ spiele ich am liebsten. Allerdings ist es sehr schwer, mich auf einen Song direkt festzulegen.

Nico: „Feel It Inside“ und „Another Day” sind meine Favoriten. “Feel It Inside“ habe ich bei den Aufnahmen zweimal angespielt, weil ich den so toll finde und „Another Day“ groovt einfach.

Falk: Also „Feel it Inside“ ist auch mein persönlicher Lieblingssong. Der gefällt mir vom Gesang her am besten. Den haben wir im Proberaum auch immer am liebsten gespielt.

Daniel: Gut, dann ist es „Feel It Inside“ 😀

Tom: Ich persönlich mag sie alle. Sonst würde ich sie auch nicht spielen 😉

NBNL: Heute Abend ist ja Heimspiel TV, was für Erwartungen habt ihr? Ist es etwas Besonderes für euch, hier zu sein?

Daniel: Wir freuen uns darauf. Es ist eine TV-Aufzeichnung. Das ist natürlich etwas Besonderes. Auch das Ambiente mit der Couch und den Wohnzimmersesseln. Es ist eben sehr schön und lockert die Atmosphäre auf. Und das M.A.U. fetzt ja sowieso immer. Geile Bühne, geiler Sound und coole Leute. Auch das Konzept ist eine klasse Idee. Du spielst, dann hast du das Interview und setzt dich in die Ecke und quatscht ein wenig. Das gefällt mir. Ein nettes Wohnzimmerkonzert in einer größeren Halle.

NBNL: Was würdet ihr euren Fans oder den Leuten, die einmal eure Fans werden möchten, gerne sagen?

Tom: Wir freuen uns über jeden, der uns und unsere Musik unterstützt und uns zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind, der zu unseren Konzerten kommt und mit uns ein paar Bierchen trinkt.

Tipp der Redaktion: Wer Lust bekommen hat, die Jungs einmal live zu erleben, der kann die Chance auf dem Rostock Rockt Festival am 25.07.2015 im IGA-Park Rostock ergreifen!

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